Vorsitzender: Sebastian Spinner
Jahrgang 1976, verheiratet, 3 Kinder, Berliner, Kinderarzt/ Kinderkardiologe/ Kinderintensivmediziner, Notarzt und Palliativmediziner. Langzeitige Arbeits- und Lernerfahrungen auf den Philippinen, in Südafrika und Russland; außerdem Kurzeinsätze in Liberia, Uganda, Eritrea und Indien.
Ich bin noch immer erstaunt, was aus dem kleinen studentischen Projekt von 2001 inzwischen gewachsen ist und danke allen, die z.T. seit mehr als 20 Jahren dabei sind, spenden und meiner Arbeit vertraut haben. Wir konnten damit für Jugendliche auf den Philippinen und in Uganda so viel ermöglichen! Ausschlaggebend dafür ist wahrscheinlich, dass nahezu 100% der Spendengelder wirklich vor Ort ankommen. Bei allen bürokratischen Anforderungen durch die Umstrukturierung zum Verein ist mir die inhaltliche Arbeit vor Ort und nahe an den Menschen besonders wichtig. Bisher war bei allem „Wachstum“ immer noch ein Eingehen auf individuelle Situationen von Jugendlichen und ihren Familien vor Ort möglich. Wir sollten uns nicht in aufwendiger Außenpräsentation verlieren, sondern unsere tatsächliche Arbeit soll Werbung genug sein. `Sein statt Schein`!
Sv. Vorsitzender: Dr. Martin Grau
Jahrgang 1957, verheiratet, 2 Kinder, Allgemeinarzt in Hamburg; insgesamt 11-jährige Tätigkeit seit 1988 bei GERMAN DOCTORS auf Mindanao, Philippinen, Medizinischer Koordinator bei Impfprogrammen, Rolling Clinic und Krankenhaustätigkeit, die letzten Jahre in Zusammenarbeit mit meiner philippinischen Ehefrau Myan.
Schon während des Studiums interessierte mich die Dritte-Welt-Medizin, die ich im Rahmen einer Famulatur im ländlichen Indien kennenlernte. Sie hat mich nicht mehr losgelassen. Entscheidend war wohl das Gefühl, medizinisch mehr bewirken zu können als bei uns in der Heimat. Zahlreiche Diskussionen mit Kollegen von GERMAN DOCTORS führten immer wieder zu dem Thema, wie man Hilfe zur Selbsthilfe geben kann. Da die philippinische Marktwirtschaft zwar frei aber nicht sozial ist, führen Kapitalismus und Korruption zu zunehmender Armut in der Bevölkerung. Zu diesem ausbeuterischen System gehören auch die Pharma-Konzerne, die über hohe Preise, Korrumpierung der medizinischen Institutionen und falsche Werbung zur Verarmung beitragen anstatt zu helfen. Das zu erleben, war für mich sehr frustrierend. Da hilft nur Bildung.
Beisitzer: Dr. Tobias Piniek
Jahrgang 1977, verheiratet, 2 Kinder, Berliner, wohnhaft in Wiesbaden, Gymnasiallehrer für Politik und Wirtschaft und Informatik
Mit Sebastian bin ich schon seit unserer gemeinsamen Gymnasialzeit befreundet. Ein gemeinsamer Zivildienst in Sibirien hat uns beide sehr geprägt und mit der Frage nach globaler Gerechtigkeit Bekämpfung von Unterentwicklung konfrontiert. Mein Politikstudium führte mich u.a. nach Chile, wo ich diesen Themen wieder hautnah begegnete. Auf den Philippinen war ich zwar noch nicht, habe aber das Spenden-Projekt meines Freundes Sebastian und die Vereinsgründung von Anfang begleitet. Mein Ziel ist es, die Kosten des Vereins so gering wie möglich zu halten, so dass die Spenden weiterhin zu praktisch 100 Prozent die Menschen vor Ort erreichen. Mir ist auch wichtig, Kinder und Jugendliche hier in Deutschland für das Leben in benachteiligten Regionen dieser Erde zu sensibilisieren.
Schriftführerin: Isabella Bönke
Jahrgang 1997, studierte Architektur, arbeitet aktuell in einem Architekturbüro in Paris, 2017 für ein sechsmonatiges Volontariat auf den Philippinen bei Don Bosco (Partnerorganisation von GGAP) im Armenviertel Pasil. Seit dem drei weitere Besuche auf den Philippinen.
Durch einen landeskundlichen Vortrag und den Logo-Wettbewerb an meiner damaligen Schule habe ich GGAP e.V. kennengelernt und wollte unbedingt als Freiwillige vor Ort helfen. Dank Sebastians Vermittlung bin ich zu den SalesianerInnen auf der Insel Cebu gekommen und habe dort während meiner Arbeit im Waisenhaus, in einer Charity Clinic, im Jugendzentrum und in der Gemeinde gesehen, wie stark die Chancen der jungen Generation wegen Armut und mangelnder Bildung eingeschränkt werden. Ab da war klar: Jede Hilfe zählt!
Beisitzer: Bernd Hoffmann
Jahrgang 1977, verheiratet, 2 Kinder, wohnhaft in Berlin, Diplom-Ingenieur für Nachrichten-/Kommunikationstechnik, tätig als Planungs-Ingenieur bei einem Mobilfunk-Unternehmen
Während meines Studiums habe ich Sebastian kennengelernt und kann mich noch gut erinnern, wie mich die Tagebuch-ähnlichen Berichte von seinen damaligen medizinischen Auslandseinsätzen auf den unterschiedlichen Kontinenten gefesselt haben. Diese nahen Einblicke in konkrete Lebenssituationen ließen mich erspüren, was natürlich faktisch bekannt ist: Wie ungleich sind doch die Chancen in den verschiedenen Ländern der Erde verteilt!
Gegen die Hilflosigkeit, daran in großem Stil etwas ändern zu können, versuche ich seitdem, die engagierte Arbeit von Sebastian bzw. vom Verein zu unterstützen. Und wenn sich philippinische Jugendliche nach ihrer Ausbildung z.B. per Video aufrichtig für unsere Hilfe bedanken, ist das für mich ein kleines erdumspannendes Hoffnungszeichen.
In memoriam: Dr. Holger Schilling †2018
Jahrgang 1954, verheiratet.
Der GGAP e.V. gedenkt seines im Oktober 2018 plötzlich verstorbenen stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Holger Schillig. Dieser war neben diversen weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten seit 2015 aktiv in die Vereinsgründung involviert und beschrieb seinen großen Erfahrungsschatz in der Entwicklungszusammenarbeit insbesondere in Südostasien damals bescheiden mit folgenden Sätzen:
Nach 25jähriger Tätigkeit als Hausarzt in Tübingens Altstadt scheiterte zunächst der Plan, zusammen mit meiner indonesischen Frau in Ost-Timor in der medizinischen Arbeit einer Kirche mitzuarbeiten. Nach einem Diplom in Tropenmedizin in Liverpool beteiligte ich mich ab 2002 für zehn Jahre bei sechswöchigen Einsätzen bei den ‚Ärzten für die Dritte Welt‘, heute ‚German Doctors‘, in Kenia, Bangladesch, Indien und sechsmal in den Philippinen. Zuletzt lag mein Hauptanliegen auf der Umsetzung einer Primary Health Care, also der nachhaltigen Heranbildung von Dorfgesundheitshelfern. Bildung halten wir für den Angelpunkt bei der Bekämpfung von Armut und Krankheit.
